Travelguide für Riga von Lorenz Füsselberger

Riga ist mit 650.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums und zehn Prozent der Einwohner von Estland, Lettland und Litauen leben hier. Wenn man sich durch die Stadt bewegt, hört man schnell, dass ein großer Teil von Rigers Bürgern sich in Russisch unterhalten, was daran liegt, dass in Riga zwei ethnische Gruppen zusammenleben. Außerdem hat die Stadt eine lange Geschichte, die man während einem Spaziergang durch die verschiedenen Vierteln der lettischen Hauptstadt erkunden kann.

Where to eat

Ich hab ehrlich gesagt noch nie so lange gebraucht um gute Restaurants zu finden wie in Riga. Meiner Meinung nach wirkte ein Großteil der lokale in der Altstadt sehr touristisch und auch nicht sonderlich einladend. Lettische Küche zu finden ist sowieso unmöglich, da Letten anscheinend zu Hause lettisch essen und im Restaurant ausländische Küche bevorzugen. Am Ende waren jedoch ein paar Restaurants dabei, die mich angesprochen haben.

An unserem ersten Tag kamen wir am Aussie Backpackers Bart am Rande der Altstadt vorbei. Wir tranken dort nur kurz eine Kaffee aber das lokal ist sehr cool. Die Bar wurde von einem alten VW Bus ersetzt, es gibt aber auch einen gastgarten vor dem Lokal.

Mein Lieblings Café in Riga war das Café Zvaigzne, welches sich in der Nähe der Geburtskathedrale befindet. Im modernen, kleinen Café mit den großen Fenstern, die den ganzen Raum mit natürlichem Licht fluten, machen sie großartige Cappuccinos. Die, die ihren Kaffee nur mit einem Glas Wasser genießen könne, kommen hier auch auf ihre Kosten, denn an der Bar, gibt es so viel Wasser wie man haben will.

Beim Spazieren durch die Straßen von Agenskanls, sind wir auch bei einem sehr angenehmen Café vorbei gekommen. Das Hostel Two Wheels bietet eine sehr entspannte Atmosphäre um für ein paar Minuten durchzuatmen und sich kurz auszurasten, bevor das Entdecken weiter geht.  

Meine Topempfehlung fürs Abendessen ist das Table7. Das moderne Restaurant, das in der Altstadt liegt, serviert einen Misch aus moderner Küche aber verwendet trotzdem typisch lettische Produkte, wie Kohl oder Kaviar. Als erstes aß ich das Forellen Tartar, welches wirklich gut war und Schwein als Hauptgang. Das sehr weiche Stück Schweinefleisch wurde mit Kohl, Kartoffeln und kleinen Äpfeln serviert. Leider funktionierte an dem Tag der Service nicht so gut.

An unserem letzten Tag fanden wir ein zweites Restaurant in der Altstadt, welches Fläm heißt. Wir erkannten nicht, dass dieses lokal eigentlich eine Weinbar ist, trotzdem war das Essen ziemlich gut. Ich bestellte einen vegetarischen Flammkuchen mit Roten Rüben und Ziegenkäse, den man unbedingt probieren sollte wenn man da ist. Wenn man deutschen Wein mag, wird einem dieser Platz noch besser gefallen, in dem man Weine aus ganz Deutschland findet.

Where to go on an excursion

 

 Als wir in Riga waren, wurde es ehr heiß und die Temperaturen knackten die 30 Grad Marke, also mieteten wir uns ein Auto und fuhren nach Jurmala, einer kleinen Stadt, die vor allem wegen ihres Strandes berühmt geworden ist. Der Strand dort ist wirklich sehr schön und bietet sich sehr zum Schwimmen an einem heißen Sommertag an. In Strandnähe befinden sich einige Restaurants, Cafés und Bars, wo man sich was zum Mittagessen oder einen Kaffee kaufen kann.

Ein paar Tipps

Der öffentliche Verkehr in Riga funktioniert sehr gut und ist auch recht günstig. Wir kauften unsere Karten in der Nähe des Zentralmarktes in einem Kiosk, wo man sich aussuchen kann wie lange das Ticket gültig sein soll. Es gibt auch einen Bus vom Flughafen in die Altstadt. 
Mittlerweile ist es sehr einfach die lettische Hauptstadt zu erreichen, da Air Baltic Riga von vielen Städten aus Europa anfliegt.

Riga bietet sich perfekt für ein Städtewochenende an, sollte aber auch bei einer Baltikum Rundreise nicht fehlen. Außerdem ist es eine noch sehr authentisch Stadt, die sich noch nicht so Scher verändert hat wie Tallin seit die baltischen Staaten unabhängig wurden. 

What to do

Der touristische Magnet der Altstadt ist definitiv die Altstadt, in der sich auch die Mehrheit der historischen Gebäude befindet. Dieser Stadtteil bietet sich an um durch die vielen engen Gassen zu schlendern und die kleinen und größeren Kirchen zu bewundern. Vom Kirchturm von Sankt Peter hat man einen grandiosen auf die Altstadt und die Düna. Eine Minute von der Kirche entfernt befindet sich das Schwarzhäupter Haus, was auch als das Wahrzeichen der lettischen Hauptstadt fungiert.
Vor dem Dom befinden sich einige Cafés mit Gastgärten und manchmal auch Livemusik. Als wir die lettische Hauptstadt erkundeten, fand hier auch eine open Air Kunstausstellung statt: The United Buddy Bears, welche aus 140 Ländern kommen und von dortigen Künstlern gestaltet wurden, wurden in Berlin gegründet und auch schon unter anderem  in Pjöngjang oder Kairo ausgestellt.

Um das echte Riga zu erkunden, bietet sich der Zentralmarkt der Stadt an. Hier werden typische lettische Lebensmittel aber auch viele unterschiedliche Gemüse und Käse verkauft, außerdem gehen hier auch noch Rigaer einkaufen. Die Stände befinden sich um das Gebäude, aber auch in den großen Markthallen.

Fünf Minuten von den Markthallen entfernt befindet sich die lettische Akademie der Wissenschaften. Dass riesige Gebäude, welches nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde, bietet einen sehr imposanten Ausblick auf die Stadt vom 17. Stock des Turms. Das ganze Bauwerk ist 108 Meter hoch und war bis zur Errichtung des Swedbank Headquarter das höchste Gebäude Rigas. Wegen seiner Architektur, die an den Palast der Kultur und Wissenschaften in Warschau oder an die sieben Schwestern in Moskau erinnert, wird es auch Stalins Geburtstagskerze oder Kremelin genannt.

2014, als Riga die Kulturhauptstadt Europas war, wurde außerdem der Neubau der lettischen Nationalbibliothek an der Düna eröffnet. Das moderne Gebäude, welches nebenbei 193 Millionen Euro kostete, war an der Spitze meines Schlechtwetterprogramms. Ich muss zugeben, dass das Gebäude von außen einen noch nicht umhaut, wenn man aber innen ist, versteht man mich. Der Eintritt ist frei und wenn man sich im Gebäude frei bewegen will, muss man nur am Schalter nach einer Karte fragen, die einem den Zutritt zum Stiegenhaus möglich macht. Von den verschieden Stöcken, kann man auf den überdachten Hof der Bibliothek schauen oder sich die schönen Spiral Stiegenhäuser genauer anschauen.

Im Osten der Stadt, hinter der Altstadt liegt die größte orthodoxe Kirche des Baltikums, die Geburtskathedrale. Die Kirche ist von einem Park umgeben, von dem man die goldenen Kuppeln im Schatten eines Baumes bewundern kann.  Wenn man genug Zeit hat, sollte man auf jeden Fall einen Blick in das innere werfen, auch wenn dort das Fotografieren leider verboten ist.

Ein weiteres Highlight findet man in der Albert iela, einer kleinen Straße in Riga. In dieser Gasse kommt der berühmte Rigaer Jugendstil besonders gut zur Geltung. Hir befindet sich auch ein Museum, welches allein schon einen Besuch wert ist, weil man eines der Häuser von Innen besichtigen kann, was sonst leider nicht möglich ist.

Ein weiteres sehenswertes Viertel in Riga ist Agenskanls. Ein Teil dieses Stadtteils ist berühmt für seine Holzhäuser, welche man nicht mehr in vielen Städten bewundert kann. Wir begannen unsere Erkundung dort bei der Busstation Kalnciema iela. Von dort sind es nur mehr zwei Minuten bis man zu den ersten Holzhäusern kommt. Manche waren in einem sehr schlechten Zustand, aber andre waren renoviert und sahen sehr gemütlich aus.