Travelguide für Tallinn von Lorenz Füsselberger

Auf der Suche nach den besten Fotomotiven und des trendigsten Lokals, erkundeten Karl Füsselberger und ich im August die estnische Hauptstadt Tallinn. Bevor wir diese Reise planten, hatten wir eigentlich beide wenige Ideen was uns dort erwarten wird. Nachdem wir den Reiseführer von vorne bis hinten durchgelesen und uns durch etliche Blogs gearbeitet hatten, wurde der plan präziser. Am meisten las ich über die Altstadt, aber Tallinn ist viel mehr als die: Tallinn ist eine wachsende kosmopolitische Stadt mit einer Menge europäischem, urbanen Leben, einer sehr empfehlenswerter Restaurantszene und umgeben bei großartiger Natur.

What to do

Tallinn hat natürlich viel mehr anzubieten als seine Altstadt, aber das historische Center der estnischen Hauptstadt kann man getrost mit den historischen Kernen von Krakau oder Prag vergleichen. Die Altstadt teil sich in die Unterstadt und den Domberg.
Am Domberg befindet sich die Alexander Nevski Kathedrale, die größte orthodoxe Kirch Estlands. Gegenüber liegt das Parlament (auf Estnisch Riigikogu), welches in einem barocken Schloss tagt. Eine Minute von hier ist der Dom entfernt, der aber nicht so beeindruckend oder prächtig ist, wie man das aus anderen europäischen Hauptstädten gewohnt ist. Am berühmtesten ist dieser Teil Tallinns aber weil sich beim Durchwandern großartige Ausblicke auf die Burgmauer und die Unterstadt ergeben, die sich als blaue Stunde Locations anbieten. Beim Durchstreifen dieses Viertels fällt einem auch schnell auf, dass viele Botschaften ihre Residenz in den schönen Häusern und kleinen Palästen haben. 
Die Unterstadt ist perfekt zum wehrlosen Umherlaufen und sich den Häusern zu widmen. Hier kommt man auch am Rathaus und an einigen Kirchen vorbei. Ein besonderes Highlight hier ist die Stadtmauer, auf die man hinauf gehen kann um den Blick von den Türmen zu genießen.

Das Schloss Kadriorg, welches sich im gleichnamigen Viertel befindet, wurde von Peter dem Großen für Katharina die erste von Russland gebaut und ist eine der Sehenswürdigkeiten Tallinns. Wir haben das Schloss in der Früh besucht und das frühe Aufstehen hat sich wirklich gelohnt. In der Früh ist das Gartenareal ziemlich leer und man muss sich nicht durch die Touristenmassen kämpfen. Das Schloss ist außerdem leicht erreichbar mit den Straßenbahnlinien 3 und 1 (Station J. Polska)

Was einem schnell auffällt in Tallinn, wenn man es mit anderen früheren Sowjetstädten vergleicht, ist, dass es fast keine Bauten aus der Sowjetzeit mehr gibt, aber es gibt sie vereinzelt doch noch: Am Meer befindet sich ein riesiger Komplex, in dem die olympischen Segelwettbewerbe während er Spiele in Moskau ausgetragen wurden. Linnahall ist von außen betretbar, leider kann man nicht das Innere besuchen.
Ein Stück weiter entlang der Küste befindet sich ein Gefängnis aus Sowjetzeiten, das man noch von außen besichtigen kann. Das Patarei Gefängnis hat eine sehr dunkle Vergangenheit und war das berüchtigte Gefängnis Estlands.

Der place to be in Tallinn ist zurzeit Kalamaja. Das wachsende Viertel zwischen der Altstadt und dem Meer wurde in den letzten Jahren zum hippsten und modernsten Teil Tallinns. Am Balti Jaam Food Market kann man Souvenirs, zum Beispiel estnische Schokolade, kaufen oder Mittag essen gehen. Um den Markt herum wurden neue, sehr farbenprächtige Häuser in den letzten Jahren gebaut, in denen sich unter anderem auch neue Cafés oder Designshops gibt. In der Nähe des Markts befindet sich auch die Telliskivi Creative City, wo es einige Restaurants und Cafés gibt, die zum Einkehren einladen. 

Where to eat

Verglichen mit Riga, besitzt Tallin eine viel modernere und florierende Restaurantszene als Riga. Besonders wenn man die Altstadt verlässt, findet man tolle, moderne Restaurants, die mehr als die pseudo Estnische Küche, wie viele Restaurants in der Unterstadt, anbieten.  

Zum Frühstück bietet sich ein Reval Café an. In Tallinn findet man oft Filialen dieser Estnischen Kaffeehauskette. Zum Frühstück wird dort eine Mischung aus Estnischen Frühstücksgerichten, wie Haferflocken mit verschiedenen Toppings, aber auch gefüllte Croissants oder verschiedenen Eiervariationen. 

In der Altstadt befindet sich das berühmteste Café Tallins, das Maiasmokk Café. Wenn man vor 11 kommt, gibt es nur Gebäcke und Kaffee, danach gibt es auch eire und Haferflocken. Das beste an diesem Café ist aber die Einrichtung. Es gibt zwar nicht viele Plätze, aber das ganze Mobiliar ist noch erhalten und die Decke wirkt so als wäre sie 100 Jahre alt.

Das erste Mal Mittag essen in Tallinn waren wir am Balti Jaam Food Market bei einem Stand namens, Baojaam. Auf der kurzen kartebefinden sich nur Bao Brötchen. Bao Brötchen sind gedämpfte Germtaschen, welche mit Fleisch und Gemüse gefüllt werden. Erfunden wurden diese in der chinesischen Provinz Fujian, heute sind sie aber auch in Taiwan sehr beliebt. Wir bestellten 2 verschiedenen Versionen der Bao Brötchen, zwei mit Rind und zwei mit Schwein.  Im Stand befindet sich auch ein Grill, der dem Fleisch einen rauchigen Geschmack gibt. Ich mochte die mir Rind lieber, welche außerdem noch mit Kohl gefüllt und mit Erdnuss, Koriander und Chili gewürzt wurden. Zu trinken wird eine selbst gemachte Limonade, mit Ingwer, Minze und Mango angeboten, die sehr gut mit dem angebotenen Essen harmoniert.

In der Nähe der Linnahall und am Kulturkilometer befindet sich das Restaurant Vietnami Salv. Das Innere des Restaurants ist sehr farbenfroh und mosern eigerichtet, was sehr einladend wirkt. Zu essen wir eine überzeugende Mischung aus internationaler und vietnamesischer Küche angeboten. Vor dem Restaurant gibt es auch einen Gastgarten der a gegenüber einer kleinen Bucht liegt.

Nach vier Tagen durchosten in Tallinn, kristallisierte sich klar das Restaurant F Hoone als Favorit heraus. Das Restaurant, das in Kalamaja liegt, befindet sich in einer alten Fabrikhalle mit hoher decke. An der Bar wird Leitungswasser und Brot angeboten, das man sich während dem Aufenthalt umsonst nehmen kann.  Als Vorspeise habe ich eine scharfe Kokosnuss- Schwammerl Suppe genommen, die auf einem Blog sehr empfohlen wurde. Außerdem probierten wir die gemischten Bruschettas, die definitiv für zwei Personen als Vorspeise reichen.  Als hauptspeise entschied ich mich für die schwarzen Spaghetti mit Meeresfrüchten. Die entspannte Atmosphäre dort ergibt sich unter andrem aus dem Verhalten der Kellner, die alles noch entspannter und freundlicher machen.
Vor einem Besuch am Abend sollte man aber auf jeden Fall vorher anrufen um einen Platz zu reservieren, da das Restaurant sehr beliebt und gut besucht ist.

 

Baltische Natur erkunden

An unserem vierten Tag in Tallinn, wollten wir aus der Stadt raus und die estnische Natur erkunden. Noch im Stadtgebiet Tallinn fanden wir ein Moor, das wir mit dem Bus leicht erreichten. Wir entschieden uns für eine Wanderung, die 4 Kilometer lang durch den dortigen Wald führte. Ein großer Teil der Strecke verlief auf Holzstegen die einen durch das Moor führen. Wir kamen außerdem an einem Aussichtsturm aus Holz vorbei, von dem man den ganzen Wald überblicken konnte.

Wen an sich noch nicht sicher ist, wo die nächste Städtereise hingehen soll, sollte Tallinn in Betracht ziehen, den die Stadt, mit ihrem mittelalterlichen Kern und ihren modernen Vierteln, ist definitiv eine Reise wert. Wer jetzt Lust bekommen hat, kommt hier zur Baltikum Fotoreise der Wiener Fotoschule.

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Fotoreise Riga - Tallinn 2019

05.08. - 11.08.2019

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