Fantastische Fototage in Ramsau | Blogbeitrag von Gernot Blieberger

Was will man mehr, was gibt es Schöneres? Einige Tage in einer der herrlichsten Berglandschaften Österreichs, unterwegs mit einer Gruppe Gleichgesinnter, untergebracht in einem vorzüglichen Quartier(Hotel Berghof), betreut von einem bestens vorbereiteten und kompetenten Team. Die Fototage in Ramsau vom 14. – 17. Juni 2018 waren rundum ein Erlebnis.

 

 

Karl Füsselberger und Herbert Raffalt waren ein kongeniales Team, das den Teilnehmern – beinahe rund um die Uhr – mit Rat und Tat zur Seite stand. Der eine, Karl, konnte – neben solidem fotografischem Wissen – jede technische Frage klären. Der andere, Herbert, Bergführer und Bergfotograf, übertrug die Begeisterung für seine Heimat auf die angereiste und neugierige Fotografenschar und konnte schon am ersten Abend durch seine Bildershow einen Vorgeschmack auf das bringen, was uns erwarten würde.

In den folgenden Tagen wurden wir nicht enttäuscht. Am Freitag Vormittag führte uns der Weg gleich einmal auf die Bachalm, wo die Murmeltiere schon auf uns zu warten schienen. Wahrscheinlich hatte Herbert ihnen einen hochdotierten Modelvertrag versprochen, denn sie posierten vor den Kameras als hätten sie alle schon bei DSDS gewonnen. Aber auch der Rausch kam nicht zu kurz, der Almrausch, der botanische, wohlgemerkt, und versorgte uns mit den ersten Motiven aus der Makrowelt.

Unsere zweite Tagesstation war dann der Spiegelsee. Zu diesem Zweck begaben wir uns zur Reiteralm, bestiegen nach einer kurzen mittäglichen Stärkung die Gondeln des Sessellifts und marschierten danach noch etwa 45 Minuten zu unserem Ziel. Dort hatten wir Fotografenglück, denn zeitweise wurde es tatsächlich windstill und der Spiegelsee machte seinem Namen alle Ehre und zeigte uns den Dachstein – zumindest soweit er aus den Wolken war. Bei den Aufnahmen setzten wir den Tipp von Herbert Raffalt um, Personen mit in das Bild zu komponieren, um die Größe und Majestät der Landschaft noch mehr zu verdeutlichen. Dafür stellten sich einige Kollegen zu Verfügung. Konkurrenz bekamen sie durch weitere Models, nicht nur eine sehr neugierige Ziegenschar, sondern auch eine Damenpartie aus Tulln, die uns ungezwungen und spontan für Fotos posierte und sich sogar bis zu den Wadeln in den kühlen See begab.

Der Samstag war ein ebenso langer und anstrengender wie fantastischer und fotografisch überaus ergiebiger. Die Silberkarklamm verwöhnte uns mit Wassermotiven aller Art, wo wir die Techniken sowohl der Kurzzeit- als auch der Langzeitbelichtung unter Einsatz von ND-Filtern ausprobieren konnten. Das war aber noch nicht alles. Herbert führte uns noch weiter hinauf in das Kar, wo drei Steinböcke auf uns warteten. Die schienen den gleichen Vertrag wie die Murmeltiere zu haben, denn auch sie waren sehr geduldige und anscheinend auch schon erfahrene Fotomodels. Und so hatten wir nach diesem Ausflug nicht nur den Kopf voller unvergesslicher Erlebnisse und Begegnungen, sondern auch die Speicherkarten voller Fotos, die nun am Nachmittag gesichtet und bearbeitet werden wollten.

Am Sonntag hatte sich das Wetter dann endlich so entwickelt, dass einer Fahrt auf den Dachstein nichts im Wege stand. Mit der Gletscherbahn erreichten wir innerhalb weniger Minuten den hochalpinen Bereich und machten uns sofort nach dem Aussteigen an die fotografische Arbeit. Schroffe Felsen, steile Wände, Abgründe taten sich vor unseren Linsen auf – doch leider nicht allzu lange, denn bald nisteten sich wieder Wolken und Nebel ein. Dennoch ging das Erlebnis Berg weiter, denn wir bezwangen die Hängebrücke an der Dachstein-Südwand, wagten uns mit viel Vertrauen in die Technik auf die Treppe ins Nichts und spazierten schließlich durch die Eisskulpturenwelt. Mit einem Wort: Motive über Motive, die Speicherkarten füllten sich wieder sehr rasch. Nach einer kurzen Stärkung im Restaurant der Gletscherbahn-Bergstation machten wir uns per Gondel wieder auf den Weg bergab, danach noch einmal zurück ins Quartier zum unvermeidlichen Abschied.

 

Was von diesen Tagen bleibt, das sind schöne Erinnerungen, viele Fotos und fotografische Inputs in Hinblick auf Bildgestaltung und Technik – und natürlich die Begegnung mit interessanten Menschen ganz verschiedenen Charakters und unterschiedlicher Herkunft, die aber alle eines vereinte: die Liebe zur und die Faszination von der Fotografie, einem der schönsten Hobbys, die es gibt. Danke noch einmal an Karl Füsselberger, Herbert Raffalt und die Wiener Fotoschule, die dieses Wochenende ermöglicht haben.

Gernot Blieberger

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