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Fotoreise Oman – Traumhafter Orient - ein Rückblick von Karl Füsselberger

Am 5. Januar 2026 starteten wir mit einer Fotogruppe von Wien aus in Richtung Oman. Mit dabei: Christine Emberger von ARR, Karl Füsselberger und neun motivierte Fotografinnen und Fotografen, bereit für eine abwechslungsreiche Erkundungsreise durch ein faszinierendes orientalisches Land.

Der Kontrast war unmittelbar spürbar: Wir verließen Wien bei minus 3 Grad und landeten am nächsten Tag in Mascat bei angenehmen 26 Grad. Nach einem Flug über Abu Dhabi mit der Etihad Airways – insgesamt etwa 8 Stunden – erreichten wir die omanische Hauptstadt. Der Januar erwies sich als ideale Reisezeit: Tagsüber kletterte das Thermometer auf angenehme 30 Grad, nachts kühlte es moderat ab. Perfekt für Fotografie und Erkundungen.

Tag 1–2: Mascat – Die Hauptstadt zwischen Tradition und Moderne

Unser erstes Ziel war die Hauptstadt Mascat, wo wir einen abwechslungsreichen Tag verbrachten. Das Programm führte uns zum Fischmarkt, wo das geschäftige Treiben der frühen Morgenstunden die Sinne weckte – Fischgeruch, Rufe der Händler, bunte Kisten voller frischer Fänge. Ein Fotomotiv, das die Authentizität des Alltags einfing. Danach tauchten wir in die engen Gassen des Souq ein – ein Labyrinth aus Gewürzständen, kunstvoll verzierten Türen, Silberschmiedearbeiten und traditionellem Handwerk. Die Atmosphäre war lebendig, farbenreich und voller Details für die Kamera.

Am Nachmittag besuchten wir den Sultanspalast (Al-Alam-Palast), dessen markante, farbenfrohe Fassade zwischen den beiden historischen Forts Al Jalali und Al Mirani liegt – ein ikonisches Bild der omanischen Hauptstadt. Der Höhepunkt war der Abend: Wir erlebten die Blaue Stunde bei der Sultan Qaboos Großmoschee – ein magisches Licht, das die monumentale Architektur in sanfte Blautöne tauchte. Die Moschee, eine der größten der islamischen Welt, offenbarte ihre ganze Pracht in diesem Moment.

Tag 3–4: Ins Hadschar-Gebirge – Burg Nakhl und die Oase Bilad Sayt

Unsere Fahrt führte uns ins karge, beeindruckende Hadschar-Gebirge. Unterwegs besuchten wir die Burg Nakhl, eine historische Festung, die majestätisch über der Landschaft thront.

Unser Ziel war die abgelegene Oase Bilad Sayt, die auf über 2000 Metern Seehöhe liegt – eine kleine Siedlung, die wie aus der Zeit gefallen wirkt. Bei einem Rundgang durch die Oase entdeckten wir die Vielfalt der Vegetation: Dattelpalmen spendeten Schatten, darunter wuchsen Henna-Sträucher, und wir sahen verschiedenste Gemüsesorten und sogar Bananen – eine grüne Oase inmitten der kargen Berglandschaft. Ein unvergesslicher Moment war eine spontane Einladung zum Tee bei einer sehr gastfreundlichen lokalen Familie. Hier erlebten wir die omanische Gastfreundschaft hautnah – Tee, Datteln, herzliche Gespräche und die Wärme der Menschen. Solche Begegnungen sind das Herz jeder Reise.

Tag 4–5: Jebel Shams und die Bienenkorbgräber – Auf dem Weg nach Nizwa

Wir setzten unsere Fahrt zum Jebel Shams fort, dem mit über 3000 Metern höchsten Berg Omans, der im Hadschar-Gebirge liegt. Von einem Aussichtspunkt genossen wir einen wunderbaren Ausblick in den beeindruckenden Canyon – eine Landschaft von dramatischer Schönheit, die sich perfekt für Panoramafotografie eignete. Auf unserem Weg nach Süden passierten wir die rätselhaften Bienenkorbgräber von Al Ain – prähistorische Grabanlagen, die mehr als 4000 Jahre alt sind. Diese steinernen Strukturen, die wie Bienenkörbe geformt sind, zeugen von einer fernen Vergangenheit und geben Rätsel auf. Abends erreichten wir Nizwa, die ehemalige Hauptstadt des Omans, ein Ort voller Geschichte und Charme.

Tag 5: Nizwa – Der traditionelle Tiermarkt und die Altstadt

Frühmorgens brachen wir auf den Markt von Nizwa auf – und wir hatten Glück: Es war Freitag, der Tag des traditionellen Tiermarkts. Ein faszinierendes Schauspiel entfaltete sich vor unseren Augen.

Die Versteigerung der Tiere folgte einem einzigartigen System: Die Besitzer gingen mit ihren Tieren in Runden um einen zentralen Platz (Rondo). Sie begannen mit dem höchsten Preis und senkten ihn dann schrittweise, bis sich ein Käufer fand. Die Tiere wurden genauestens begutachtet, bevor der Verkauf stattfand – ein Ritual, das Tradition, Geschäftssinn und Handwerk verbindet. Die Altstadt von Nizwa war in Bewegung: Viele der alten Lehmhäuser werden aktuell restauriert und wieder aufgebaut. Es entstehen neue Café-Häuser, Lokale und kleine Hotels – ein Zeichen der Modernisierung, die die Tradition respektiert. Abends herrschte reges Treiben: Menschen flanierten durch die Gassen, die Basare waren offen, und die Atmosphäre war lebendig und einladend.

Tag 6: Fahrt in den Süden – Das OMAN across ages Museum und die Zuckerdünen

Auf unserem Weg in den Süden nach Khaluf besuchten wir das OMAN across ages Museum – ein beeindruckendes Beispiel moderner Architektur. Das Museum präsentiert die Geschichte des Omans in modernster Form, von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Kontrast zur traditionellen Architektur, der zeigt, wie der Oman Vergangenheit und Zukunft verbindet.

Unser Ziel an diesem Tag war das Sugar Dunes Beach Resort, das direkt am Meer liegt. Nur wenige hundert Meter dahinter erstrecken sich die berühmten Zuckerdünen – benannt nach dem weißen Sand, der dort vorherrscht. Diese feinen, hellen Dünen wirken wie Zucker und bilden einen wunderschönen Kontrast zum blauen Meer.

Tag 7: Khaluf – Das Fischerdorf und die weißen Strände

Nach einem farbenreichen Sonnenaufgang brachen wir in das abgelegene Fischerdorf Khaluf auf – ein Ort abseits der üblichen Touristenpfade, wo das Leben noch sehr traditionell geprägt ist.

Hier beobachteten wir Fischer, die gerade Sardinen anlandeten und diese in bereitstehende Lastwagen verluden – ein authentisches Bild des Alltags. Wir passierten unverbaute Strände mit vielen Seemöwen und anderen Meeresvögeln. Die Ruhe und Ursprünglichkeit dieses Ortes war beeindruckend – ein Gegenpol zur modernen Welt.

Tag 8–9: Rimal Al Wahiba – Wüste pur und das Thousand Nights Camp

Bei der Durchquerung der Rimal Al Wahiba (Wahiba Sands) erlebten wir Wüste pur. Eine beeindruckende Fahrt auf Pisten und über bzw. auf die Dünen führte uns tiefer in diese faszinierende Landschaft. Unterwegs trafen wir Halbnomaden, die mit ihren Ziegen und Kamelen leben – teils am Meer, teils in der Wüste. Es gab viele Brunnen, da ausreichend Grundwasser vorhanden ist. Die Menschen haben sich an diese extreme Umgebung angepasst und nutzen sie seit Generationen. Traumhafte Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge machten das Erleben der Wüste einzigartig. Die Farben – von Orange über Rot bis zu tiefem Violett – waren unbeschreiblich und boten endlose Möglichkeiten für Fotografie. Das Thousand Nights Camp, ein sehr gut ausgebautes Zeltcamp, lag malerisch inmitten der Dünen. Hier verbrachten wir eine Nacht unter dem funkelnden Sternenhimmel – die absolute Stille und die endlose Weite der Wüste machten diesen Ort zu etwas ganz Besonderem.

Tag 9–10: Ras al Hadd – Schildkrötenbeobachtung und die Dhau-Werft in Sur

Der nächste Tag brachte uns in die Nähe von Sur. Dort besuchten wir den Schildkrötenstrand und konnten Grüne Meeresschildkröten bei der Eiablage beobachten – ein unvergessliches Naturschauspiel. Diese Schildkrötenart hieß früher auch Suppenschildkröte, da sie eine wichtige Zutat für die traditionelle Schildkrötensuppe war. Heute sind die Tiere weltweit geschützt – ein wichtiger Schritt zum Erhalt dieser faszinierenden Spezies.

Im Küstenort Sur besuchten wir eine berühmte Dhau-Fabrik – eine traditionelle Schiffwerft, in der die omanischen Boote nach alter Handwerkskunst hergestellt werden. Die Boote werden aus Teakholz oder Akazienholz gefertigt – alles in Handarbeit, ohne moderne Maschinen. Neben kleinen Booten für die lokale Nutzung entstehen hier auch große Dhaus für Kunden aus der ganzen Welt. Ein kleines Museum zeigte die Geschichte der Dhaus und ihre Bedeutung für die Seefahrt in dieser Region. Diese Boote sind ein wichtiges Symbol der maritimen Geschichte und Kultur des Omans – Zeugen einer Epoche, in der omanische Händler die Meere beherrschten. 

Tag 10–11: Rückkehr nach Mascat – Die Sultan Qaboos Moschee von innen

Nach einer zweistündigen Fahrt erreichten wir abends Mascat und verbrachten unsere letzte Nacht im Hotel.

Am nächsten Morgen starteten wir noch eine Besichtigungstour zur Sultan Qaboos Großmoschee. Morgens ist es möglich, das Innere der Moschee zu besuchen – ein Privileg, das wir nutzten. Dort sahen wir den größten jeweils produzierten Swarovski-Kristall-Lüster – ein funkelndes Meisterwerk, das die Decke erleuchtet. Die Moschee wurde 2001 eröffnet und bietet eine Kapazität von etwa 7000 Personen. Die Architektur, die Ornamente, die Ruhe und Spiritualität dieses Ortes hinterließen einen bleibenden Eindruck. Nach einem Rundgang im Hafen am Nachmittag – vorbei an Dhaus, Fischerbooten und der geschäftigen Hafenaktivität – erledigten wir letzte Einkäufe in den Souqs. Um Mitternacht flogen wir nach Österreich zurück, mit unvergesslichen Erinnerungen und hunderten von Fotografien im Gepäck.

Fazit

Diese zwölftägige Fotoreise durch den Oman war eine Reise durch Kontraste: von der modernen Hauptstadt Mascat in die kargen Berge des Hadschar-Gebirges, von der Stille der Wahiba Sands zu den belebten Märkten von Nizwa, von prähistorischen Gräbern zu zeitgenössischen Museen.

Der Oman offenbarte sich als ein Land, das Tradition und Moderne, Wüste und Meer, Gastfreundschaft und Authentizität in perfekter Balance hält. Die Menschen, die Landschaften, die Kultur und die Geschichte machten diese Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer – nicht nur für die Kamera, sondern auch für die Seele. 

Masalama, Oman!

PS: Die nächste Fotoreise Oman findet im Jänner 2027 wieder mit Karl Füsselberger statt. Vormerkung ab sofort möglich:

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Der Oman – Landeskundliche Grundlagen

Der Sultanat Oman liegt an der südöstlichen Spitze der Arabischen Halbinsel und grenzt an Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und den Jemen. Mit einer Fläche von etwa 309.500 Quadratkilometern ist das Land etwa dreieinhalbmal so groß wie Österreich.

Bevölkerung & Demografie:
Der Oman hat etwa 4,5 Millionen Einwohner, davon rund 2 Millionen Expats aus verschiedenen Ländern. Die Hauptstadt Mascat ist mit etwa 1 Million Einwohnern das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes.

Politisches System:
Der Oman ist ein Sultanat – eine absolute Monarchie unter der Herrschaft von Sultan Haitham bin Tariq Al Said (seit 2020). Das Land ist bekannt für seine Stabilität und seinen gemäßigten, pragmatischen Kurs in der Region. Es gibt ein Beratungsorgan (Majlis al-Shura), doch die politische Macht liegt beim Sultan.

Religion & Kultur:
Der Islam ist die Staatsreligion; etwa 75 % der Bevölkerung gehören der omanischen Ibadiyya-Schule an (eine eigenständige islamische Richtung), etwa 25 % sind Sunniten. Der Islam prägt das tägliche Leben, die Architektur und die Kultur tiefgreifend. Gleichzeitig ist der Oman für seine religiöse Toleranz und seinen moderaten Umgang mit Traditionen bekannt.

Sprache & Geschichte:
Amtssprache ist Arabisch (omanisches Arabisch), Englisch ist weit verbreitet. Der Oman blickt auf eine lange Handelsgeschichte zurück – die Dhau-Schiffe waren legendär auf den Handelsrouten des Indischen Ozeans. Heute ist das Land ein wichtiger Erdölproduzent, bewahrt aber gleichzeitig seine kulturellen Traditionen.

Dankeschön an die Gruppe

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bei der netten Gruppe bedanken:

Charly, Irene, Peter, Rainer, Kurt, Gerlinde, Margit, Volker und Elisabeth.

Es war eine Freude mit Euch zu Reisen!

Christine, Karl und Khaled!